Text: Klagsverband · 21. Februar 2017

Dünne Luft für Frauen an der Spitze

Der Frauen.Management.Report 2017 der AK Wien zeigt auf, wie weitreichend Frauen von Leitungsgremien ausgeschlossen werden.

In ihrem aktuellen Frauen.Management.Report hat die Arbeiterkammer Wien den Anteil von Frauen in Leitungsgremien untersucht und kommt zu ernüchternden Ergebnissen: „Auf klassische Geschlechterrollen ausgerichtete Karrierepfade und Arbeitspraktiken führen dazu, dass der Frauenanteil mit jeder Hierarchieebene abnimmt“, heißt es wenig verwunderlich im Vorwort. Die Geschlechterasymmetrie in Leitungsgremien wird in dem Bericht klar als strukturelles Problem benannt. Erstmals wurde 2017 im Frauen.Management.Report der Frauenanteil bei den Prokurist_innen untersucht.

Weniger als 5 Prozent Frauen an der Spitze

Während der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen in Österreich bei 46,8 Prozent liegt, gibt es in den 200 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs nur 15,8 Prozent Prokuristinnen. In der Geschäftsführung verengt sich die Pyramide dann ganz drastisch auf 7,2 Prozent Frauenanteil und lediglich 3,6 Prozent der CEOs in Österreich sind weiblich.

Jeder fünfte Aufsichtsratsposten mit einer Frau besetzt

Was den Frauenanteil in Aufsichts- und Verwaltungsräten betrifft, liegt Österreich im Europavergleich im Mittelfeld. Während in Island 44 Prozent der Aufsichts- oder Verwaltungsräte weiblich sind, kommt Österreich auf einen Wert von 20 Prozent. Dass es immer noch schlimmer geht, zeigt das Beispiel Malta. Dort sind gerade 5 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzt.

Auch das Top-Management der umsatzstärksten Unternehmen Österreichs hat die AK Wien untersucht. Dort beträgt der Frauenanteil in Vorständen 7,2 Prozent. 44 Geschäftsführerinnen stehen 565 Geschäftsführer gegenüber, das macht eine Männerquote von 92,8 Prozent.

Ja zur Quote

Die AK Wien spricht sich in ihrer Studie deutlich für eine Quote für Aufsichtsräte aus. Allerdings dürfe Österreich nicht denselben Fehler machen wie Deutschland, so die Studien-Autor_innen: Dort wurde die Quote mit 30 Prozent angesetzt. Dieser niedrige Prozentsatz hat dazu geführt, dass nach dem Erreichen der Quote kaum mehr Frauen gefördert wurden und der Männeranteil von 70 Prozent erhalten blieb. (da)

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