Text: Klagsverband · 30. November 2016

Migrant_innen und Asylsuchende als Zielscheibe für Gewalt und Hass

Aktuelle Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur FRA zeigt alarmierende Ergebnisse.

Aus einer aktuelle Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur FRA für November 2016 geht hervor, dass Gewalt, Belästigung, Drohungen und Hassreden gegenüber Migrant_innen und Asylsuchenden innerhalb der Europäischen Union weit verbreitet sind. Verübt werden diese rassistischen Handlungen nicht nur von Privatpersonen oder gewaltbereiten Gruppen, auch staatliche Behörden gehören zu den Täter_innen.

Hier einige der zentralen Ergebnisse der Untersuchung:

  • Gewalttaten gegen Migrant_innen und Asylsuchende sind in den meisten EU-Mitgliedstaaten verbreitet.
  • Zu den Täter_innen gehören Einzelpersonen, Vertreter_innen gewaltbereiter Gruppen und staatliche Behörden.
  • Die Reaktion der Behörden auf rassistisch motivierte Gewalt wird von der Zivilgesellschaft in vielen Mitgliedsstaaten als nicht ausreichend empfunden. In manchen Fällen haben sogar Politiker_innen die Aktionen von gewaltbereiten Gruppen unterstützt.
  • In den meisten Mitgliedsstaaten werden keine Aufzeichnungen über diese Art von Verbrechen geführt.
  • Dort, wo es Daten gibt – meistens werden diese von der Zivilgesellschaft gesammelt – zeigt sich, dass die Verbrechen weit verbreitet und besorgniserregend sind.
  • Neben Asylsuchenden und Migrant_innen sind Muslim_innen und Menschenrechtsverteidiger_innen besonders betroffen, aber auch Politiker_innen und Journalist_innen, die eine  „Pro-Flüchtlings-Haltung“ vertreten.
  • Nur wenige Fälle von Hassverbrechen werden von Migrant_innen und Asylsuchenden angezeigt. Das Problem bleibt somit unsichtbar.
  • Hassreden im Netz gegen Migrant_innen und Asylsuchende nehmen zu.
  • Es gibt zu wenige Einrichtungen in den Mitgliedsstaaten, die Migrant_innen und Asylsuchende adäquate Beratung und Unterstützung anbieten können. (da)

Folgen Sie diesem Link, um den FRA-Monatsbericht über die Situation von Migrant_innen und Asylsuchenden in der EU herunterzuladen.