Text: Klagsverband · 14. November 2014

Vielfalt und Gleichstellung: Herausforderungen für die Einwanderungsstadt Wien

Die Stadt Wien hat ihren 3. Integrations- und Diversitätsmonitor präsentiert: Hürden bei der Einbürgerung und Diskriminierung beim Zugang zum Arbeitsmarkt verhindern die Gleichstellung von WienerInnen mit ausländischer Herkunft.

Bild: 3. Wiener Integrations- und DiversitätsmonitorRund 50 Prozent der Wiener Bevölkerung haben einen sogenannten Migrationshintergund. Jede zweite Person, die in Wien lebt, wurde also entweder selbst im Ausland geboren, oder hat mindestens einen Elternteil, der nicht in Österreich geboren ist. Die Stadt Wien stellt sich seit nunmehr sechs Jahren in einem Monitoringprozess die Frage, welche Herausforderungen die Stadtverwaltung zu bewältigen hat, um der Vielfalt ihrer BewohnerInnen gerecht zu werden.

Gleichstellung und Partizipation

Gestern wurde der 3. Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor vorgestellt. In der mehr als 200 Seiten starken Publikation steht eine Frage im Mittelpunkt: Was muss eine moderne Stadtverwaltung leisten, um zu garantieren, dass alle Wienerinnen und Wiener die gleichen Chancen haben egal, wo sie herkommen?

Wahlrecht scheitert an Einbürgerung

Eine der größten Hürden für die rechtliche Gleichstellung von ausländischen StaatsbürgerInnen ist das Wahlrecht: 24 Prozent der Wienerinnen und Wiener über 18 Jahren dürfen nicht wählen. Eine Lösung für dieses Problem sieht die Stadtverwaltung in der Einbürgerung von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Allerdings können zahlreiche BewohnerInnen der Hauptstadt die österreichische Staatsbürgerschaft erst gar nicht beantragen, weil ihr Einkommen zu gering ist. Die Stadt Wien geht davon aus, dass 18 Prozent der Drittstaatsangehörigen aus diesem Grund nicht eingebürgert werden können.

Arbeitsmarkt: Hilfsjob mit Matura

Mit einer guten Ausbildung steigen allgemein die Chancen auf einen Job mit Karrieremöglichkeiten und entsprechender Bezahlung. Das gilt allerdings nicht für Wienerinnen und Wiener mit Migrationshintergrund: 34 Prozent der Beschäftigten mit höherer Bildung und Abschlüssen aus Drittstaaten arbeiten in Hilfs- und Anlerntätigkeiten. Am stärksten davon betroffen sind Frauen.

Muttersprachliches Service

Mehrsprachigkeit ist eines der Zauberwörter mit dem die Stadt Wien versucht, der Vielfalt ihrer BewohnerInnen gerecht zu werden. In der Hälfte aller Abteilungen werden die Services in verschiedenen Muttersprachen angeboten.

Stadt Wien: ein Viertel der MitarbeiterInnen ausländischer Herkunft

Estmals wurde im Rahmen des Integrations- und Diversitätsmonitorings auch die Vielfalt der MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung erhoben: 25 Prozent der MitarbeiterInnen der Stadt Wien sind ausländischer Herkunft. Das betrifft mehr Frauen als Männer und viel weniger MitarbeiterInnen im Magistrat als etwa im Krankenanstaltenverbund. Auf Ebene der Führungskräfte ist der Anteil an Personen mit ausländischer Herkunft mit 2,4 bis 7,1 Prozent allerdings noch gering.

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