Ein Drittel mehr Fälle bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW). Die Mehrheit davon betrifft Diskriminierungen im Arbeitsleben. GAW fordert mehr Ressourcen und eine starke Zivilgesellschaft.
Damit Gleichbehandlungsstellen ihr Mandat erfolgreich erfüllen können, müssen diese von der Einflussnahme politischer Kräfte und von Wahlkampfzyklen entkoppelt sein. Auch die Zusammenarbeit mit einer starken und diversen Zivilgesellschaft ist wesentlich, um wirksame und zugängliche Maßnahmen zu setzen.
Sandra Konstatzky, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft
Beinahe zweitausend Mal unterstützte die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW) in den Jahren 2024 und 2025 von Diskriminierung betroffene Personen. Das ist ein Anstieg um 33 Prozent gegenüber den Jahren 2022 und 2023. Auch die Zahl der Anfragen stieg im selben Zeitraum um 31 Prozent auf mehr als 9.200. Das geht aus dem Gleichbehandlungsbericht für die Privatwirtschaft hervor.
Fast die Hälfte der Fälle betrafen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, ein Drittel aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit und beinahe ein Zehntel aufgrund des Alters. Der Rest verteilte sich in absteigender Häufigkeit auf Betreuung und Pflege, Religion, Sexuelle Orientierung und Weltanschauung. Diskriminierungen aufgrund von Behinderungen sind hier nicht erfasst, da für diese Fälle die Behindertenanwaltschaft zuständig ist.
GAW: Zur Wahrung der Rechte der von Diskriminierung Betroffenen braucht es mehr Ressourcen und eine starke Zivilgesellschaft
Angesichts dieser Entwicklung und auch der damit verbundenen personellen und budgetären Herausforderungen fordert die GAW mehr Ressourcen. Eine gute diesbezügliche Ausstattung ist auch in der aktuell umzusetzenden EU-Richtlinie über Standards für Gleichbehandlungsstellen vorgesehen. Auch sei es notwendig, die rechtlichen Rahmenbedingungen für von Diskriminierung Betroffenen zu stärken und neben unabhängigen staatlichen Stellen auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich dafür einsetzen, diese Rechte auch mit Leben zu erfüllen. Dazu die Leiterin der GAW Sandra Konstatzky: „Damit Gleichbehandlungsstellen ihr Mandat erfolgreich erfüllen können, müssen diese von der Einflussnahme politischer Kräfte und von Wahlkampfzyklen entkoppelt sein. Auch die Zusammenarbeit mit einer starken und diversen Zivilgesellschaft ist wesentlich, um wirksame und zugängliche Maßnahmen zu setzen.“

